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Die Geschichte der Norwegischen Wikinger
Die Geschichte der Norwegischen Wikinger beginnt wohl in der Mitte des 8. Jahrhunderts. Genauer gesagt zum Ende der Merowingerzeit. Das ursprüngliche norwegische Volk bestand aus Bauern und Fischer, die in den Küsten- und Fjordregionen in Familienverbänden oder in kleinen Gemeinschaften lebten.
Nach einigen Jahrzehnten des Wachstums bildeten sich zu den ersten Dörfern auch die ersten Handelsstädte. Die bekanntesten sind wohl Nidaros an der Nordküste und Skiringsal an der Südküste Norwegens. Mit den ersten Städten entstanden auch die Gesellschaftsschichten. Die oberste Gesellschaftsschicht nach dem König war die der Jarle, gefolgt von den Carl und ganz unten die der Thrall. Innerhalb dieser Schichten konnten ihre Mitglieder je nach Verdienst oder Nichtverdienst auf oder absteigen.
Durch die steigenden Bevölkerungszahlen wurde es sehr eng in Norwegen und es folgte wohl die bekannteste Zeit der Norweger, die der Raubzüge und Ausbreitung. Da die Wikinger sehr gute Bootsbauer und Navigatoren waren, wurden die ersten Expeditionen gestartet. Wobei man bei diesen Expeditionen auch eher von Plünderungszügen reden könnte. Die erste schriftlich überlieferte Plünderung war im Jahre 793 auf das Kloster von Lindisfarne, vor der Küste Nordost-Englands. Es folgte eine Reihe kleiner Überfälle in den Regionen der britischen Inseln, in Friesland und im Frankenreich. Ab 800 steigerten sich die kleinen Expeditionen zu regelrechten Heereszüge.
Aber auch Siedlungsfahrten wurden ab 800 unternommen. Die Norweger segelten nach Nordwesten und Westen zu den Färöern (um 800, Grímur Kamban ist der erste namentlich erwähnte Siedler), Orkneys (802), Shetlands (ebenfalls 802) und nach Irland (Gründung eines Königtums um Dublin um 820) und Nordengland. Ab 874 besiedelten sie Island, wo sie − wie wahrscheinlich zuvor schon auf den Färöern − unbewohnte Gebiete vorfanden. Der Erste, der Grönland entdeckte, war Gunnbjörn Úlfsson, der 985 von Norwegen kommend auf dem Wege nach Island vom Sturm nach Süden versetzt nach Grönland kam. Er fand das Land unfruchtbar, hatte kein Interesse und kehrte nach Island um. Erik der Rote musste Island verlassen und segelte Richtung Westen, wo er nach einer beschwerlichen Seefahrt Grönland erreichte und ab 985 besiedelte, Gründung der Siedlung Brattahlíð 986. 986 segelte Bjarni Herjólfsson auf dem Wege nach Grönland von einem Nordoststurm nach Süden versetzt an Grönland vorbei und entdeckte die Küste Amerikas, ging jedoch nicht an Land. Etwa um 1000 versuchte Leif Eriksson, der Sohn Eriks des Roten, mit 35 Gefährten von Grönland aus, Nordamerika zu besiedeln. Er nannte es Vinland weil sie wilde Reben fanden und Mais "der sich selbst säte". Eine kleine Siedlung wurde angelegt, aber die Gegenwehr der Ureinwohner, von den Norwegern als „skrælinger“ bezeichnet, führte innerhalb weniger Jahre zu ihrem Ende.
Nach Jahrzehnten des Siedelns und der Plünderungen wurde der Widerstand in allen Teilen Europas zu groß. Zum Ende der Wikinger könnten zwei Ursachen geführt haben:
Einmal die Schlachten bei Stamford Bridge und Hastings im Jahr 1066, von der sich die Wikinger nie erholt haben, oder aber die immer weiter steigenden Bevölkerungszahlen und die damit verbundenen Ressourcen- und Bodenknappheit. Weiterhin mögen die kulturellen Einflüsse des Frankenreichs und das aufkommende Nationalstaatentum dafür gesorgt haben, dass aus dem „wilden Norden“ eine dem europäischen Hochmittelalter ähnliche Landschaft wurde.