Ausrüstung
Schild Bauanleitung Ringpanzer Bauanleitung
Anleitung für einen konisch-gewölbten Rundschild.
1. Motivation
Wieso einen gewölbten Rundschild? Gute Frage auf welche es aber genügend Antworten gibt. Ein gewölbter Rundschild wird mit ähnlicher Technik geführt wie ein flacher, nur das der gewölbte Schild durch seine Form eine vergleichsweise viel höhere Stabilität besitzt. Durch die konische Form wird die Energie des Schlages viel besser zu den Rändern abtransportiert. Alle diese Überlegungen sind in Hinsicht auf einen Schild für den Kampf in Kombination mit einem Schwert.
Also die Vorteile sind klar: bei gleicher Handhabung - bessere Stabilität. Die Nachteile sind leider auch bekannt: so ein Schild ist schwieriger zu bauen und noch schwieriger ist es so einen Schild mit dem gleichen Gewicht wie einen flachen Schild herzustellen.
Mein Schild wurde probeweise aus Pappelsperrholz gebaut, alle wichtigen Maße und Arbeitsschritte sind in der unten stehenden Anleitung zu finden. Am Ende der Anleitung sind die Einzelheiten zu finden, die ich anders machen würde bei dem nächsten Schild.
2.Ausgangsmaterial und Werkzeug :
Ausgangsmaterial ist Holz oder Sperrholzplatten in beliebiger Stärke. Bei dünneren Platten ist mehr ausschneiden und verleimen, bei dickeren Platten mehr schleifen anzunehmen.
Optimal finde ich 8mm starke Platten aus Birkensperrholz. Für meinen Schild habe ich 4mm Pappelsperrholz verwendet, davon waren 6 Platten mit dem maximalen Durchmesser nötig. Bei doppelt so starken Platten braucht man natürlich nur 3. Als Holztyp stellt Birke einen guten Kompromiss zwischen Stabilität und Gewicht dar und ist für Schildbau Voll AUTHETISCH!
Man braucht einige Werkzeuge für den Bau, aber nur solche die in jeder Werkstat zu finden sind. Eine Stichsäge spart jede Menge Arbeit, genau wie ein Bandschleifer, trotzdem würde ich anstatt Bandschleifer einen Handhobel und eine Feile empfehlen. Weiterhin werden etwa 10 Schraubzwingen oder weniger in Kombination mit zwei Spanngurten, für die voll A- Freaks einige schwere Steine benötigt. Der Rest ist das Selbstverständliche: Stift, Hammer, Bohrmaschine, Bohrer und Pinsel für den Leim.
Vorbereitung:
Zuerst wird eine Skizze gezeichnet, nach welcher die Platten zugeschnitten werden. Mein Schild hat einen maximalen Durchmesser von 60cm. Der Buckel in der Mitte hat außen etwa 20 cm und 14 cm innen, daraus ergibt sich der Durchmesser von jeder Scheibe. In meinen Fall ist jede Scheibe 1,4 cm schmaler als die vorherige.
Die Anzahl der Scheiben wird auf diese Weise auf 16 bis 18 beschränkt, was bei einer Stärke von 4mm zu einer Wölbung mit etwa 6,5 bis 7,3 cm Höhe führt. Die Scheiben lassen sich wegen dem Unterschied im Durchmesser aus 6 Sperrholzplatten ausschneiden. Ich habe nur 16 Platten benutzt da mir diese Form so besser gefallen hat.
1.Schritt
Nachdem die Scheiben ausgeschnitten sind werden sie zusammengeklebt. Hier ist es sehr zu empfehlen zu zweit zu arbeiten. Als Klebstoff habe ich langsam trocknenden Weisleim von "Ponal" benutzt. Dass der Kleber langsam trocknet ist wichtig, da die Kontaktoberfläche ziemlich groß ist. Ich habe die Platten paarweise geklebt, was zu geringeren Verschiebungen gegen einander führt als wenn man alle zusammenkleben würde. Jedes Mal habe ich die Platten mit Spangurten und Schraubzwingen zusammengedrückt. Das ist entscheidend für die Festigkeit der Klebstelle.
2.Schritt
Die eigentliche Arbeit bei dem Bau von diesem Schildtyp ist das Schleifen. Die Scheiben müssen glatt geschliffen werden, so dass der Schild so aussieht als ob er aus einen Stück Holz gefertigt worden ist. Man kann unterschiedliche Werkzeuge anwenden, elektrische als auch mechanische. Ich habe Handhobel und Feilen benutzt da ich den Krach von elektrischen Werkzeugen recht nervig finde. Natürlich dauert mit Handwerkzeugen der Bau länger, hier muss jeder für sich selbst entscheiden. Das Schleifen der Innenseite ist wegen der Wölbung schwieriger, die muss aber nur so glatt werden, dass die Schildhand nicht gestört wird. Als Werkzeug kann man entweder einen Bandschleifer oder eine Rund- oder Halbrundfeile nehmen.
4.Schritt
Nachdem der Schild schon geschliffen ist, muss er bespannt werden; das ist entscheidend für die Widerstandsfähigkeit der Oberfläche. Als Bespannmaterialien eignen sich Rohhaut, Leder, Leinenstoff und andere. Rohhaut wäre sehr zu empfehlen - würe da nicht der hohe Preis! Nimmt man Lederhaut so muss darauf geachtet werden, dass es möglich zähe und widerstandsfähige ist, was auch in Richtung teuer geht. Wenn man mit Stoff bespannt, ist es zu empfehlen zwei unterschiedlichen Arten von Leinen zu benutzen: grob und fein. Der grobe Stoff kommt unten und der feine oben drauf. Eine Anleitung über Schildbespannung gibt es im Karfunkel-Codex "Combat Nr.1". Als preiswerte Alternative hat sich in unserem Verein, Societas-Barbarossa e.V., Markisenstoff bewährt. Dieser ist besonders reißfest und dicht gewebt, sowie witterungs- und schimmelbeständig.
5. Schritt
Wenn der grobe Rumpf fertig ist könnte er bemalt werden. Das tut man besser bevor man den Buckel und die Umrandung montiert. Die Bemalung kann beliebig komplex sein und unter Umständen mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Zu empfehlen ist, dass die benutzten Farben nicht chemischer Herkunft sind, sondern auch im Mittelalter benutzt wurden. Mehr als drei Farben kamen selten bei Schildbemalung vor. Man kann sich weniger von Funden inspirieren lassen, da sehr wenige frühmittelalterliche Schilde gefunden wurden, viel interessanter sind Abbildungen in alten Manuskripten und Bildsteinen .
6. Schritt
Der Schild ist fast fertig, als nächstes müssen der Griff und der Schildbuckel befestigt werden. Ein paar Worte noch über den Schildbuckel : Ich vermute, dass es schon DIN- Normen für Schildbuckel gibt , damit meine ich ,dass so gut wie jeder den gleichen Buckel hat!!! Macht Schluss damit , ein geschmiedeter Schildbuckel sieht doppelt so schön aus und kostet nicht die Welt (bei Podol für € 28) . Der ambitionierte Schildbauer kann sich einen Buckel auch selber schmieden, eine Anleitung folgt!
Der Griff soll man am bestens aus Hartholz, etwa Buche oder Eiche, bauen, oder aber aus Flachmetallprofil. Die zweite Möglichkeit ist einfacher da der Holzgriff an die Wölbung angepasst werden muss, was auch mit feilen verbunden ist!
Die Schildfessel ist einfach ein Lederriemen mit Schnalle in der Mitte, um die Länge verstellen zu können. Man kann es mit Nieten oder auch mit Schmiedenägeln befestigen.
7 Schritt:
Der Rand kann entweder mit Metall oder mit Leder/Rohhaut verstärkt werden. Für Schaukamp-Schilde ist Metall eigentlich nicht zu empfehlen, da es früher oder später stark deformiert wird und Verletzungsgefahr für die restlichen Combatanen besteht. Rohhaut ist das am meisten verbreitete Material für Schildumrandung, man muss bemerken: am meisten HEUTZUTAGE, denn es existiert kein mir bekannter Fund, der Rohhaut als Randverstärkung aufweist. Rohhaut gibt es erstaunlicherweise zu kaufen, extra für Schildbau, oder kann auch aus Kauknochen gewonnen werden. Auf jeden Fall ist es wichtig das sie ab und zu eingefettet wird, damit sie nicht spröde wird. Es gibt unterschiedlichen Varianten wie man die Rohhaut am Schild anbringen kann, eine davon ist festnageln, die relativ klar sein sollte. Man benutzt lange Nagel die zu Krampen umgeschlagen werden. Eine andere Möglichkeit ist das Vernähen der Rohhaut mit dem Schild. Hier benutz man entweder extrem reißfesten Faden, der nicht bricht wenn man ihm mit Schwert trifft, oder einfach Draht. Ist leider nicht A, deshalb würde ich so etwas eher bei einem Alltags -Trainingschild anwenden Andererseits: ein Deko -Schild braucht gar keine Randfassung .
by Baian