Kämpfer
Philosophie Trainingsablauf Trainingsvideos Unser Banner
Warum wir kämpfen?
Zum Anfang zwei Zitate: „Es liegt in der Natur des Menschen zu streiten und zu kämpfen. Höhere Moral aber hat der Friedliebende!“ (Grunberg, 19. Jhd.) „Den Feind zu vernichten, ihn zu verfolgen und zu töten, seine Schätze zu nehmen und uns am Geschrei seiner Weiber zu erfreuen!“ (Conan, lange vor unserer Zeit) Natürlich sind wir nicht so versessen darauf, „Feinde“ zu töten – schon aus polizeilichen Gründen! Aber das Kämpfen ist Teil unserer Kulturgeschichte. Bewusst wurde mir das, als ich im Vorwort zu John Clements Buch „Medieval Swordsmanship“ den Satz fand: „Warum schauen wir immer nach Osten, wenn es um den Kampf Mann gegen Mann geht? Hat nicht Europa selbst eine über 3000 Jahre alte Geschichte des Kämpfens?“ Damit begann für mich der Gedankenprozess, wie heutzutage ein „europäischer Stil“ ausgesehen haben könnte. Ich muss hier ausdrücklich „könnte“ sagen, da es so gut wie keine Quellen gibt, die über echten, mittelalterlichen Kampfstil berichten. Was es gibt sind Quellen aus der frühen Renaissance (ich möchte hier nur die Fechtbücher von Tallhofer und Liechtenauer erwähnen). Aber, und hier stimm ich John Clement wieder zu, es gibt nur einen eng begrenzten Satz von sinnvollen und effektiven Bewegungen mit einem Schwert. Manchem mag das langweilig erscheinen, gerade wenn man es mit der Vielfalt an Techniken der asiatischen Kampfkünste vergleicht. Und trotzdem: gerade in der Beschränkung liegt eine ungeheuere Freiheit, muss der Kämpfer doch nicht nach der „idealen“ oder „passenden“ Technik suchen, sondern kann sich auf seine Reflexe, seine Kraft und seine Geschicklichkeit zurückziehen. Angriff, Parade, Kontre…all dies passiert „natürlich“, in einem dynamischen Ablauf, der an simpler Eleganz sich mit jeder exotischen Technik messen kann. Zugute kam mir bei dem „Erlernen“ des Schwertkampfes meine Erfahrung im „modern combat arnis“ (Karsten, ich danke dir!), einem indonesischen System des Stockkampfes, das ebenfalls mit einem begrenzten Kanon an Techniken und Grundschlägen funktioniert, und sich durch seine „Geradlinigkeit“ und Einfachheit auszeichnet – genau so, wie es der Schwertkampf fordert! Somit war der Schritt für mich einfach: Stock weg, Schwert her, „Medieval Swordmanship“ auswendig lernen, Partner finden, und: MACHEN! Damit bin ich auch schon am Ende des Artikels, denn die Antwort auf die Frage „Warum heute, im Zeitalter der automatischen Pistolen, Schwertkampf?“ ist ganz einfach: Weil es Spaß macht, sich im freundlichen Wettstreit mit Gleichgesinnten zu treffen und wieder „ritterlich“ dem Gegner Aug’ in Aug’ gegenüber zu stehen! Und nebenbei ein bisschen „hands on“ Erfahrung in europäischer Geschichte zu machen.