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Batbaian Dreki Hengest Janis Lars Marcas Snjoka Tjorwig Vargur
Tjorwig Jorleifdotir
Geboren wurde ich 945 im Süden Sveas, was mir schon bei meiner ersten Reise den Beinamen Südschwedin eintrug, was aber wohl eher daher kam, dass das Volk, zu dem ich reiste von Geographie wenig Ahnung hatte.

Mein Vater, Jorleif der Kahle, war Händler in Svea, Händler von großem Erfolg. So hatte ich eine unbeschwerte Kindheit. Meinen Vater sah ich wenig, da er viel auf Reisen war, auch war unser Verhältnis getrübt, da er sich doch eher einen Sohn gewünscht hatte, statt zweier hübscher Töchter. Ja eine Schwester habe ich – eine fleissige treue Seele. In unserer Jugend zeigte sich, dass wir beide nicht auf den Kopf gefallen waren und so spendete unser Vater viel Silber und manch großen Ärger in unsere Ausbildung. Ich lernte die Mathematik und Sprachen und ging schon bald meinem Vater bei seinen Geschäften zur Hand. Da erst merkte er, dass auch Töchter von Wert sein können und er lehrte mich den Umgang mit manch Handwerkszeug, den Pferden und dem Schwert.

Die Geschäfte daheim gingen schlechter und meinen Vater drängte es in die Ferne. Die Stimmung am heimischen Herd war schon lange frostig geworden, da meine Mutter das Leben an der Seite eines trinkfesten, fahrenden Handelsmann nicht mehr ertrug. Mein Vater folgte dem Ruf eines Landsmannes nach Dyvvlin, dort zeigte er sich erfolgreich und wurde Jarl von einem kleinen Hofe im Lande der Iren. Meine Mutter wollte ihre Heimat nicht verlassen und da meine Eltern immer noch das Band der Ehe aneinander festhielt, konnte mein Vater keine neue Frau nehmen, die sich seines Hofes annahm. So kam es dann, dass ich in Dyvvlin einzog, um die Geschäfte und den Hof meines Vaters zu leiten.

Mein Vater machte Freundschaft mit einem Scoten, Madden Lindenschild. Zwar heerten Nordmänner dort, doch genauer betrachtet waren die Scoten nicht unsere Feinde, sondern Opfer. Für einen gewitzten Händler konnte es dann und wann von Vorteil sein, sich jene zum Freund zu machen, vor allem, wenn sie solch kostbare und einzigartige Güter besaßen, wie das goldene uisge beatha der Scoten – den Whisky.

Nun wie verband man Familien miteinander? Mit einer Heirat. Da meine Schwester fest in der Heimat verwurzelt war und sich um unsere Mutter kümmerte, war es an mir unsere Familie vorwärts zu bringen und dafür diesen Mann zu heiraten. Ich zog in das Land der Scoten an den Hof des Madden. Es erging mir nicht schlecht dort, da mein zukünftiger Mann reich und großzügig war. Er liebte das teure Essen und den Whisky und es freute ihn, dies alles mit mir zu teilen. Ich hätte es schlechter treffen können. Nur bald schon merkte ich, dass kein Gefühl in diesem Manne steckte. Liebe, Trauer, Schmerz oder Freude, dies alles schien ihm fremd. Und so arrangierte ich mich mit dem Gedanken, mein Leben im goldenen Käfig voller Annehmlichkeiten aber ohne Emotionen zu verbringen. Die Hochzeit ward vorbereitet – das Fest sollte beginnen.

Alle Männer des Hofes waren dem Whisky zugetan und schon vor der Feier stolperte man über die Trunkenbolde. Inmitten dieses Durcheinanders überfiel uns ein Rudel wilder Nordmänner. Sie seien zur Hochzeit eingeladen, sagte ihr Anführer, weil man gehört hatte, hier werde eine Nordmännin verheiratet und es sei kein Volk aus ihrer Heimat anwesend.

Fast ohne Kampf, unsere Männer waren viel zu betrunken, fiel unser Hof an Hengest Sommervogel, einen heerenden Raufbold aus Svea. Und weil schon alles dafür vorbereitet war, wollte er dennoch eine Hochzeit feiern und nahm mich ungefragt zur Frau.

Als Gefangene, nicht als Ehefrau wohlgemerkt, brachte er mich an seinen Hof nach Birka.

Nun gut, zugegeben, ein schlechter Mann war er nicht, dieser Hengest - und eigentlich auch gar kein dahergelaufener Räuber. Reich und gebildet, dazu charmant, warmherzig und gut – die Reihenfolge sollte ich wohl eher herumdrehen, doch in unserer Zeit schaut man auf andere Werte (vor allem meine Mutter). Ich habe es glücklich getroffen und inzwischen lieben wir uns sehr.

Er lässt mich immer wieder alleine in Birka, weil sein Kämpferherz ihn nicht zu Hause hält. Doch alles, was ich bei meinem Vater gelernt habe, befähigt mich dazu unseren kleinen Hof selbständig zu führen. Langeweile gibt es dort nie. Viele Freunde habe ich gefunden und am Ende jeder Reise kommt mein Mann voller Liebe zurück zu mir.

Name: Tanja Roth
Wohnort: Kaiserslautern
Forumsname: Titania